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Historie
Der KünstlerKreis Kaleidoskop ist für jeden offen, der Kunst schafft und Kunst oder Künstler erleben möchte: Autoren, Liedermacher, Musiker, bildende Künstler präsentieren ihre Werke. Der Künstlerkreis Kaleidoskop wird seit September 2009 von Csaba Gál geleitet.
| Eine Werner-Schlierf-Straße in München-Giesing |
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| Geschrieben von: Franz Eder und Alfons Schweiggert |
| Freitag, den 25. November 2011 um 00:10 Uhr |
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Eine Werner-Schlierf-Straße in München-Giesing Aus Turmschreiber-Handbuch 2012. Geschrieben von Franz Eder und Alfons Schweiggert. Eine ganz besondere Freude für alle Turmschreiber war 2011 die Nachricht, dass in München-Giesing eine Straße nach unserem Freund und Kollegen Werner Schlierf benannt wurde. Den Antrag dazu stellte kein Geringerer als der weithin bekannte Münchner Karikaturist Franz Eder, der über diesen Vorgang Folgendes berichtet: „Während meiner Schweizer Jahre freute ich mich immer über Sendebeiträge, die das damalige Radio Beromünster vom Bayerischen Rundfunk übernommen hatte. So wurde einmal wöchentlich auch ein Kapitel aus ,Chewing Gum & Chesterfield' von Werner Schlierf gelesen. Meine Frau und ich wünschten uns damals, diesen Schriftsteller persönlich kennenzulernen, aber leider war München für uns fast 500 Kilometer entfernt. Das war jedoch nicht der Grund, dass wir bald darauf nach München zurückgekehrt sind.
Ein Verleger lud mich eines Tages, Mitte der 80er-Jahre, zusammen mit einigen Autoren in einen Biergarten ein und die Überraschung war perfekt. Neben mir saß - Werner Schlierf. Ich war begeistert von seiner Ausstrahlung. Wir vereinbarten sogleich, dass ich verschiedene seiner Zeitungs- und Buchbeiträge illustrieren solle. So entstand langsam eine Freundschaft, die auch mit seinem viel zu frühen Tod am l. März 2007 nicht endete. Als sich sein Sterbetag zum ersten Mal jährte, schrieb ich einen Brief an den Münchner Oberbürgermeister Christian Ude. Ich machte darin deutlich, dass kein anderer Autor Giesing so greifbar, so eindrücklich und so ungekünstelt beschrieben hat wie Werner Schlierf. Außerdem schrieb ich, dass seine ,Geschichten aus einer schadhaften Zeit' ins Englische, Russische und Italienische übersetzt und in New York, Charkow und auf verschiedenen Bühnen Italiens aufgeführt wurden. Ich regte deshalb an, bei der Vergabe eines neuen Straßennamens in Giesing Werner Schlierf zu berücksichtigen. Mein Brief endete mit den Worten: ,Werner-Schlierf-Straße wäre ein Dankeschön und ein Andenken an den großen und beliebten Giesin-ger Schriftsteller.' Einige Wochen später bekam ich die Mitteilung, dass der Oberbürgermeister meinen Brief weitergeleitet hatte mit der Bitte, mein Anliegen zu prüfen. Der Hinweis, dass der Herr Oberbürgermeister sich selbstverständlich vom Verlauf informieren lässt, signalisierte mir, dass die Rathausspitze meinen Wunsch wohlwollend aufgenommen hatte. Erleichternd kam nun dazu, dass auch der Gie-singer Bezirksausschuss von der Idee begeistert war und nach geeigneten Möglichkeiten suchte und auch einen Vorschlag unterbreitete. Inzwischen kannte ich bereits einige Hürden, die in so einem Fall zu nehmen waren. Dass der spätere Namensträger bei der Antragstellung mindestens seit einem Jahr verstorben sein musste, leuchtete ein. Mancher Politiker würde sich gleich zu Anfang seiner Amtszeit eine Straße genehmigen. Oder man denke nur an die Fußballer, Wiesnwirte oder Modezaren. Man könnte doch die Maximilianstraße dann gleich für den jeweils amtierenden Ministerpräsidenten reservieren. Die nächste Hürde war die Tatsache, dass man heute Frauen den Vorzug gibt, weil in der Vergangenheit die meisten Straßen nach Männern benannt wurden. Da heute sogar die CSU schon mit Frauenquoten punktet, schwand meine Hoffnung immer mehr, dass mein Vorschlag realisiert wird. Außerdem ist Giesing ein gewachsener Stadtteil und kein Neubaugebiet. Gibt es dort überhaupt neue Straßen? Die Antwort lautete: Ja, eine Einzige, und die war, mitten in Giesing, wohl doch nicht für eine Quotenfrau, sondern einfach wie für Werner Schlierf geschaffen. Und so bekam ich plötzlich nach drei Jahren, am 15. Juli 2011, einen überraschenden Brief. Darin heißt es: J.ch freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass der Stadtrat eine Straße nach Werner Schlierf benannt hat.' Die Straße verbindet übrigens die Weißenseestraße mit der Spixstraße und läuft parallel zur Tegernseer Landstraße. Ich freute mich riesig darüber, auch für seine Frau Elfi, dass es geklappt hat. Und was würde der Werner jetzt sagen? Einer seiner Aussprüche war: „I gfrei mi narrisch! Hal-le-luja!“ In diesen Jubelruf stimmen natürlich alle Turmschreiber begeistert ein. Sie danken Franz Eder, der 2010 für sein künstlerisches Wirken mit dem »Bayerischen Poetentaler' ausgezeichnet wurde, für seinen engagierten Einsatz recht herzlich. |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. November 2011 um 13:20 Uhr |

