Wilhelm Albert Liebl

ist ein vielschichtiger Schriftsteller und Glaskünstler. Nach dem Max-Gymnasium in Schwabing erlernte er im „Physikalischen Institut in Schwabing“, in der Kraepelinstraße den Beruf eines „Glasinstrumentenmachers“ und „Kunstbläsers“, mit anschließender Meisterprüfung.

Nebenbei schrieb er jahrzehntelang für die „Münchner Palette“ Beiträge, und über 100 Geschichten für den Bayerischen Rundfunk, die Willy Rösner las in der „Leichten Mischung“ am Samstag Nachmittag von Justin Schröder.

Seine Bücher „Glas und Poesie“, 1. und 2. Teil, sowie „Zwischen Gamsbart und Götterdämmerung“ fanden eine rasche Verbreitung. Auf Weihnachten 1964 las der Schauspieler Hans Baur im „Münchner Liebfrauendom“ W. A. Liebls abendfüllenden Lyrik-Monolog „Heilige Nacht“. Die Kirche war vollbesetzt. Viele Lesungen in der „Seerose“, in der „Katakombe“ und in vielen Städten. Einige Gedichte wurden vertont und von Barbara Gallauner gesungen. Das „Millionendorf-Theater“ übernahm 100 Einakter und Sketche dieses einzigartigen Glasbläsers und Poeten.

Aber leicht ist er nicht zu finden, der Wilhelm Albert Liebl. Da gibt es ein Dorf Oberschneitbach unweit der geschleiften Burg Oberwittelsbach, der Wiege Bayerns, wie man sagt. Und dort ist sein Zuhause, eine Einöde mit einem wunderschönen, runden Etwas und einer alten Wetterfahne auf der Haube. Ein Glasturm ist es, mit einem Glasmuseum auf zwei Etagen und darunter seine Werkstatt für edle Gläser. Und dort geht es oft heiß her: es wird geschmolzen, geblasen und geschrieben. Ein Turm voller Zerbrechlichkeiten, Poesie und Glas. Glas und Poesie miteinander, ineinander verschmolzen. Glas und Wort aus einem Fluß, aus Feuer und Visionen. Gedanken entstehen dort, oft so hart wie ein Glasschusser.